Red Bull pumpt 200 Millionen in Startup-Power: Der Energy-Gigant startet eigenen Venture-Fonds
Der Getränkeriese aus Fuschl bereitet sich auf den Einstieg ins Risikokapitalgeschäft vor. Mit einem geplanten Venture-Fonds in Millionenhöhe will Red Bull künftig direkt in vielversprechende Startups investieren – und setzt damit einen neuen Meilenstein in der österreichischen Investmentlandschaft.
Der Energy-Drink-Hersteller, der 2024 einen Rekordumsatz von 11,2 Milliarden Euro erzielte, arbeitet aktuell an einem eigenen Corporate Venture Capital (CVC) Vehikel. Branchenkenner bestätigen: Die Flügel des Unternehmens sollen bald auch Startups zum Abheben verhelfen.
Millionenschwerer Fonds mit Bosch-Expertise
Laut mehreren unabhängigen Quellen plant Red Bull einen Fonds mit einer Größenordnung von rund 200 Millionen Euro. „Kleiner macht für Red Bull kaum Sinn“, erklärt ein Insider gegenüber „Trending Topics“. Für die Umsetzung hat das Unternehmen bereits eine erfahrene Managerin rekrutiert, die zuvor sieben Jahre bei Robert Bosch Venture Capital tätig war.
Die Venture-Aktivitäten sollen direkt bei Nai-Tseng Chen, dem Global Head of Corporate Finance & Treasury von Red Bull, angesiedelt sein. Ein weiteres Indiz für die Pläne: Die Domain redbull.vc leitet bereits auf die Webseite des Energy-Drink-Herstellers weiter.
Vom stillen Investor zum aktiven Player
Bisher agierte Red Bull eher im Hintergrund als Investor in zahlreichen österreichischen Startup-Fonds wie Speedinvest, Calm/Storm Ventures, Fund F, Push VC, xista science Ventures und Capital300. Mit einem eigenen Fonds würde das Unternehmen nun eine aktivere Rolle in der Startup-Szene einnehmen.
Der Schritt folgt einem internationalen Trend: Zahlreiche Konzerne haben in den vergangenen Jahren eigene CVC-Vehikel aufgebaut. In Deutschland sind Unternehmen wie BMW, Deutsche Telekom, BASF und selbst die Brauerei Bitburger mit Simon Capital in das Venture-Geschäft eingestiegen.
Potenzielle Investmentfelder für Red Bull Ventures
Welche Startups könnte ein „Red Bull Ventures“ ins Visier nehmen? Naheliegend wäre ein Fokus auf den Food & Beverage-Bereich, wo zahlreiche junge Unternehmen auf veränderte Konsumtrends wie Gesundheit, Sport und pflanzliche Ernährung setzen.
Doch der Red-Bull-Konzern ist längst mehr als nur ein Getränkehersteller. Mit Aktivitäten in den Bereichen Sport, Medien, Digital Marketing, Logistik, Mobilfunk und Musik eröffnen sich vielfältige potenzielle Investmentfelder neben der Kernsparte Energy Drink.
Österreichs Corporate VC-Landschaft wächst
Mit dem geplanten Fonds würde Red Bull in Österreich nicht allein dastehen. Auch Raiffeisen, Uniqa und Verbund haben bereits eigene Venture-Capital-Vehikel etabliert. Für die heimische Startup-Szene, die oft über mangelndes Risikokapital klagt, könnte dies ein wichtiger Impuls sein.
Das Unternehmen selbst hält sich bedeckt. Auf Anfrage wollte Red Bull die Pläne weder bestätigen noch dementieren – man kommentiere Gerüchte nicht, hieß es lediglich.
Die Zukunft des Energy-Riesen als Startup-Investor
Mit seinem globalen Netzwerk, der Marketingpower und finanziellen Stärke könnte Red Bull als Investor erheblichen Mehrwert für Startups bieten. Der Getränkeriese, der 2024 bereits 12,7 Milliarden Dosen absetzte, hat zuletzt seine ambitionierten Wachstumspläne bekräftigt.
„Unsere Wachstums- und Investitionspläne für 2025 sind erneut sehr ambitioniert, sehen einen anhaltenden Aufwärtstrend vor und werden – wie immer bei Red Bull – aus dem operativen Cashflow finanziert“, teilte das Unternehmen kürzlich mit. Die Venture-Aktivitäten könnten ein strategischer Baustein dieser Wachstumsstrategie sein – und gleichzeitig frischen Wind in die österreichische Startup-Landschaft bringen.
Der Einstieg von Red Bull in das Venture-Geschäft markiert einen weiteren Meilenstein in der Transformation des Energy-Drink-Herstellers zu einem diversifizierten Konzern mit globaler Reichweite. Für Startups könnte dies bedeuten: Die Flügel des roten Bullen tragen bald nicht nur Extremsportler, sondern auch innovative Geschäftsideen in neue Höhen.
Quellen: trendingtopics.eu, derstandard.de