Productivity & New Work Traut euch, Quereinsteiger!

Traut euch, Quereinsteiger!

Die Aufregung war groß. Ein Hedgefonds-Manager, eine Unternehmerin, ein News Anchor aus dem Kabelfernsehen. Trump ist mal wieder verrückt, so der Tenor der deutschen Medien, als der US-Präsident neben Politprofis auch einige Quereinsteiger für Topjobs im Kabinett nominierte. Mag Donald Trump bei vielen Themen und Tweets bis zum Äußersten polarisieren, beim Einstellen von Nicht-Berufspolitikern ins Kabinett hat er ein Muster durchbrochen, was schon lange auch in Deutschland wieder aufgebrochen werden müsste.

Denn so verrückt ist die Idee gar nicht – zumindest nicht in den USA. Im Gegenteil: Schon die Gründerväter der Vereinigten Staaten wollten keine dauerhafte Politikerklasse. Ihre Vision: Erfolgreiche Bürger lassen ein paar Jahre ihre eigenen Geschäfte ruhen, um dem Staat zu dienen – um dann ins Privatleben zurückzukehren.

Frischer Wind ist nötig 

Nicht zuletzt aus diesem Grund gibt es bis heute Amtszeitbeschränkungen („Term Limits“) für den Präsidenten. Kein Staatschef soll zum Dauermonarchen werden, zwei Amtszeiten und dann zurück auf die Ranch. Ein Blick in die US-Geschichte zeigt, wie dieses Prinzip gelebt wurde. George Washington, erster Präsident und eigentlich Plantagenbesitzer und General, machte nach acht Jahren im Amt freiwillig Platz und kehrte heim nach Mount Vernon – ein starkes Signal gegen Endlos-Herrscher. General Dwight D. Eisenhower kam als politischer Seiteneinsteiger ins Weiße Haus: Der Kriegsheld ohne Parteikarriere führte die USA in den 1950ern acht Jahre lang erfolgreich und verabschiedete sich dann in den Ruhestand.

Auch im Kabinett findet man leuchtende Beispiele: George C. Marshall, zuvor Militär, wurde als Außenminister Architekt des Marshallplans und half Europa auf die Beine, bevor er wieder aus dem Staatsdienst ausschied. Oder Henry ‚Hank‘ Paulson: Der ehemalige Goldman-Sachs-Chef ging 2006 als Finanzminister nach Washington, manövrierte die USA durch die Weltfinanzkrise – und kehrte danach zurück in die Privatwirtschaft. Beispiele wie diese zeigen: Querein- steiger haben den American Way of Government über mehr als zwei Jahrhunderte mitgeprägt.

Und bei uns?

Hierzulande dominieren noch immer die Berufspolitiker die Ministerränge. Quereinsteiger im Bundeskabinett sind die Ausnahme, nicht die Regel. Externe Experten werden allenfalls als Berater gehört, aber nur selten als Minister berufen. Dabei könnte mehr Mut zur abwechslungsreichen Teamaufstellung auch der Regierung guttun. Neue Perspektiven entstehen oft, wenn nicht alle dieselbe Kaderschmiede durchliefen.

Das soll kein plumper Aufruf sein, jetzt planlos Manager oder Promis ins Kabinett zu hieven. Natürlich braucht es Kompetenz und politische Ämter sind kein Hobby. Aber der Gedanke lohnt: Könnten ein paar frische Außenseiter an Schlüsselpositionen der deutschen Politik für Pep sorgen? Sollte man neben den gestandenen Parteiprofis bewusst auch erfolgreiche Köpfe von außerhalb ins Team holen – zumindest auf Zeit? Es muss ja nicht gleich jeder Minister ein Hedgefonds-Manager sein. Doch ein bisschen mehr Start-up-Spirit im Bundeskabinett? Mal nachdenken drüber lohnt sich.

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