Schulden-Offensive: Steuerzahler, das kommt auf dich zu!
Kritik: Einladung zur Selbstbedienung?
Der Bund der deutschen Steuerzahler schlägt Alarm. Verbandspräsident Reiner Holznagel kritisiert bei „merkur.de“ das Finanzpaket als Einladung zur Selbstbedienung: „Die Schleusen sind auf und jeder kann jetzt machen, was er will.“ Er befürchtet überflüssige Projekte auf Landes- und Kommunalebene sowie Verschwendung von Steuergeld bei der Bundeswehr.
Tatsächlich bleibt unklar, wie die Mittelverwendung kontrolliert werden soll. Zwar soll der Infrastruktur-Sondertopf nur für zusätzliche Vorhaben genutzt werden, und nur wenn im normalen Haushalt bereits eine „angemessene Haushaltsquote“ erzielt wurde. Doch die Definition bleibt schwammig.
Paradigmenwechsel mit ungewissen Folgen
Das Schuldenpaket markiert einen fundamentalen Richtungswechsel in der deutschen Finanzpolitik. Nach Jahren der „schwarzen Null“ setzt Deutschland nun auf massive kreditfinanzierte Investitionen – ein Ansatz, den eine Mehrheit von 66 Prozent der VWL-Professoren laut ifo-Institut unterstützt.
Die langfristigen Folgen für den Steuerzahler bleiben jedoch ungewiss. Kurzfristig profitieren Arbeitnehmer von neuen Arbeitsplätzen und Investitionen in die Infrastruktur. Mittelfristig drohen jedoch höhere Zinsen, steigende Inflationsraten und eine wachsende Staatsverschuldung, die künftige Generationen belasten wird.
Entscheidend wird sein, ob die Investitionen tatsächlich Wachstumsimpulse setzen oder ob das Geld in ineffizienten Strukturen versickert. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob Deutschland mit seiner Schulden-Offensive den wirtschaftlichen Turnaround schafft – oder ob am Ende der Steuerzahler die Rechnung für einen teuren finanzpolitischen Irrweg begleichen muss.
Quellen: merkur.de, rnd.de