Rentenerhöhung mit Schattenseite: Warum der Fiskus immer mehr vom Altersgeld abschöpft
Während die Renten steigen, wächst auch der Steueranteil – besonders Neurentner trifft es hart
Die kommende Rentenerhöhung von 3,74 Prozent zum 1. Juli verspricht auf den ersten Blick finanzielle Entlastung für Millionen Ruheständler. Doch hinter der positiven Nachricht verbirgt sich eine fiskalische Realität, die besonders Neurentner zunehmend belastet: Der steuerpflichtige Anteil der Altersbezüge steigt kontinuierlich an und führt zu einer schleichenden Mehrbelastung.
Die stille Steuererhöhung im Alter
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Wer 2024 in den Ruhestand geht und monatlich 1700 Euro Rente bezieht, muss davon bereits 70 Euro an Einkommensteuer abführen, wie die „Bild“ mit Verweis auf Zahlen aus dem Bundesfinanzministerium berichtet. . Zum Vergleich: Bei identischer Rentenhöhe zahlt jemand, der bereits 2005 Rentner wurde, lediglich acht Euro an den Fiskus. Der Grund für diese Diskrepanz liegt in der seit 2005 schrittweise eingeführten nachgelagerten Rentenbesteuerung.
Während anfangs nur 50 Prozent der Rente steuerpflichtig waren, müssen Neurentner 2024 bereits 83,5 Prozent ihrer Bezüge versteuern. Diese Quote steigt jährlich weiter an – bis 2058 schließlich die gesamte Rente der Besteuerung unterliegt. Die finanzielle Belastung nimmt damit für jeden neuen Rentnerjahrgang zu.
Wachsende Belastung in Zahlen
Bei einer monatlichen Rente von 2000 Euro zahlen heutige Neurentner bereits 128 Euro Steuern – das entspricht 6,4 Prozent ihrer Bezüge. Vor 20 Jahren lag die Belastung bei identischer Rentenhöhe bei gerade einmal 39 Euro oder 2 Prozent. Bis 2058 wird die Steuerlast auf 164 Euro monatlich anwachsen.
Rechnet man die Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung hinzu, bleiben von 2000 Euro Rente künftig bestenfalls noch 1600 Euro übrig. Eine Entwicklung, die besonders angesichts der steigenden Lebenshaltungskosten problematisch erscheint.