Innovation & Future KI-Chatbots im Persönlichkeitscheck: Warum ChatGPT dominant ist und Gemini lieber zuhört

KI-Chatbots im Persönlichkeitscheck: Warum ChatGPT dominant ist und Gemini lieber zuhört

Führende KI-Assistenten durchliefen den DISC-Persönlichkeitstest – mit überraschenden Ergebnissen: Die digitalen Helfer zeigen deutlich unterschiedliche Charakterprofile. Was das für die Zusammenarbeit bedeutet und warum Unternehmen die „Persönlichkeit“ ihrer KI-Tools berücksichtigen sollten.

Die Vorstellung, dass künstliche Intelligenz neutral und objektiv arbeitet, gerät ins Wanken. Ein renommierter Persönlichkeitstest zeigt: ChatGPT, Gemini und Co. weisen messbare Charakterunterschiede auf – mit potenziell weitreichenden Folgen für die Zusammenarbeit in Unternehmen. Was zunächst absurd klingt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als relevante Erkenntnis für den Arbeitsalltag mit KI-Assistenten.

Was hinter dem DISC-Modell steckt

Das DISC-Modell kategorisiert menschliches Verhalten in vier Grunddimensionen: Dominanz, Einfluss, Stetigkeit und Gewissenhaftigkeit. Entwickelt wurde es bereits in den 1920er Jahren vom amerikanischen Psychologen William Moulton Marston – demselben Mann, dem auch die Erfindung einer frühen Version des Lügendetektors zugeschrieben wird.

Anders als seine Zeitgenossen Freud und Jung konzentrierte sich Marston nicht auf Menschen mit psychischen Störungen, sondern untersuchte das Verhalten psychisch gesunder Personen in ihrem sozialen Umfeld. Seine Erkenntnisse mündeten 1928 in der Veröffentlichung des DISC-Modells, das heute in zahlreichen Fortune-500-Unternehmen, Behörden und Bildungseinrichtungen als Persönlichkeitstest eingesetzt wird.

Der Test besteht aus Aussagen wie „Ich bin durch Leistung und Autorität motiviert“ oder „Ich habe meistens recht“, zu denen Teilnehmer ihre Zustimmung ausdrücken. Basierend auf den Antworten werden sie einem von zwölf Persönlichkeitstypen zugeordnet.

Wenn KI-Modelle auf die Couch kommen

Der DISC-Anbieter „Online DISC Profile“ hat nun die populärsten KI-Chatbots diesem Test unterzogen – mit aufschlussreichen Ergebnissen. ChatGPT von OpenAI und Microsofts Copilot wurden beide als DI-Typen („Dominance Influence“) identifiziert. Diese Persönlichkeiten zeichnen sich durch Durchsetzungsfähigkeit, Ergebnisorientierung und ein starkes Dringlichkeitsgefühl aus. Die Kehrseite: Sie können manipulativ wirken.

Googles Gemini und DeepSeek aus China fielen hingegen in die seltenere Kategorie der „Steadiness“-Typen (Kombination aus S, C und I). Diese gelten als beständiger, stabiler und als besonders gute Zuhörer. Sie vermitteln Unterstützung, neigen jedoch dazu, Konflikten auszuweichen.

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