Europas Rüstungs-Startups im Höhenflug: Münchens Dominanz überrascht
Verteidigungstechnologie boomt in Europa. Während Helsing mit Milliardenbewertung die Branche anführt, drängen innovative Drohnen-Spezialisten und KI-Entwickler auf den Markt. Besonders auffällig: Fünf der zehn vielversprechendsten Unternehmen kommen aus München.
Der europäische Markt für Verteidigungstechnologie erlebt einen beispiellosen Aufschwung. Allein im vergangenen Jahr haben sich die Investitionen in europäische Rüstungs-Startups auf 630 Millionen Dollar mehr als verdoppelt. Die Gründe liegen auf der Hand: Deutschland nimmt Verteidigungsausgaben weitgehend von der Schuldenbremse aus, die EU plant einen Rüstungsfonds in Höhe von 150 Milliarden Euro, und selbst traditionelle Familienunternehmen wie Freudenberg prüfen den Einstieg ins Verteidigungsgeschäft.
Marc Wietfeld, Mitgründer des Verteidigungs-Startups Arx Robotics, blickt optimistisch in die Zukunft: „Arx Robotics und andere Defense-Startups werden davon profitieren, da sie Anbieter neuer Technologien und skalierbarer Massenproduktion sind.“ Doch nicht alle teilen diesen Optimismus uneingeschränkt.
Innovative Startups kämpfen mit Systemhürden
Trotz des Booms stehen junge Unternehmen vor erheblichen Herausforderungen. Im Wettbewerb mit etablierten Branchenriesen wie Rheinmetall, Airbus oder Hensoldt müssen sie zusätzliche Hürden überwinden. Uwe Horstmann vom Wagniskapitalgeber Project A, der zu den wenigen aktiven Investoren in diesem Sektor zählt, bringt es auf den Punkt: „Das traditionelle Beschaffungssystem bevorzugt etablierte Anbieter und ‚perfekte‘ Lösungen und schließt oft innovative Startups aus, die bahnbrechende Fähigkeiten liefern könnten.“