Drohnenwall gegen Russland: Helsing-Chef fordert Kampfdrohnen für NATO-Ostflanke
Paradigmenwechsel in der Verteidigungsstrategie
Scherf kritisiert die aktuelle sicherheitspolitische Denkweise scharf: „Aktuell läuft die Debatte noch wie im Kalten Krieg. Da zählen wir Panzersysteme, Flugzeuge und Schiffe auf der anderen Seite und gucken, ob wir mit viel Geld irgendwie in die Nähe von Parität kommen. Und ich glaube, das ist falsch herum gedacht.“
Der Helsing-Chef sieht in den Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg einen klaren Beleg für die Wirksamkeit asymmetrischer Technologien. Statt in einem kostspieligen Wettrüsten mit Russland gleichzuziehen, sollte Europa auf innovative Lösungen und zahlenmäßige Überlegenheit bei Drohnensystemen setzen.
Umfassendes Überwachungsnetzwerk geplant
Die Vision geht über reine Kampfdrohnen hinaus. Scherf betont die Notwendigkeit eines integrierten Systems: Es sind Aufklärungssysteme und Satelliten notwendig. Helsing hat bereits eine strategische Partnerschaft mit dem französischen Raumfahrt-Startup Loft Orbital geschlossen, um Aufklärungssatelliten für die Überwachung von Grenzen und Truppenbewegungen zu entwickeln.
Im Baltikum wird das Konzept eines „Drohnenwall“ bereits intensiv diskutiert. Militärexperten sehen Drohnen dabei nicht als Ersatz für konventionelle Systeme wie Panzer und Artillerie, sondern als unverzichtbare Ergänzung. Bemerkenswert: Deutschland hat in diesem Bereich trotz der vor über drei Jahren ausgerufenen „Zeitenwende“ erheblichen Nachholbedarf.