Innovation & Future Go woke, go broke

Go woke, go broke

Doch die Entscheidungen der Finanzindustrie werden auch von einem tieferen Mentalitätswandel in der US-Wirtschaft befördert. Die jahrelang propagierte „Wokeness“ gilt zusehends als unpopulär. Immer mehr Unternehmen schaffen ihre Diversitätskriterien ab, grüne und genderengagierte Werbekampagne werden gestoppt. Nachhaltigkeit ist als Marketing-Thema plötzlich weniger angesagt. Werbeagenturen sagen nun sogar ein Ende der Wokeness in der Wirtschaft voraus. Der Spruch „Go woke, go broke“ macht in die Runde, nachdem eine Reihe von Unternehmen die Erfahrung gemacht haben, dass besonders woke Außendarstellung dem Absatz der Produkte unmittelbar schade. „Es ist im breiten Publikum einfach nicht beliebt“, heißt es in den New Yorker Werbeagenturen, die nun viele Kampagnen umdefinierten.

Der Getränke-Konzern Anheuser-Busch geriet etwa mit seiner Marke „Bud Light“ in Absatzprobleme, weil der weltgrößte Bierbraukonzern mit der Transgender-Influencerin Dylan Mulvaney kooperiert. Nach Massenprotesten, die Biermarke zu boykottieren, distanzierte sich Konzernchef Michel Doukeris von der Kampagne. Der Konzern verlor durch die umstrittene Influencer-Aktion auf einen Schlag fünf Milliarden US-Dollar an Börsenwert. Außerdem büßte „Bud Light“ seinen Platz als Amerikas meistverkauftes Bier ein und fiel nach mehr als zwei Jahrzehnten hinter das mexikanische Lagerbier Modelo Especial zurück. 

Auch der (nach Walmart) zweitgrößte amerikanische Discounter „Target“ bekam die Macht der anti-woken Stimmung zu spüren, nachdem das Unternehmen während des Pride Month Produkte für eine LGBTIQ-Zielgruppe präsentiert hatte. Es hatte eine „Pride“-Kollektion mit Trans*slogans („Trans People will always exist“) auf Kinder-Shirts präsentiert. Target kam daraufhin in ernsthafte Probleme auch auf der Anlegerseite und verlor vorübergehend rund zwölf Milliarden US-Dollar seiner Marktkapitalisierung.

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