Welcome back, Mr. President
Europa muss sich warm anziehen: Trump, der wenig von freien Märkten hält und ganz auf Protektionismus setzt, wird uns nicht spürbar freundlicher behandeln als seinen ökonomischen Hauptgegner China, wenn es zu Fragen von Import und Export und Handelsbilanzen kommt – dabei betrachtet er Deutschland, immerhin Amerikas größter Handelspartner, mit besonderem Misstrauen und Widerwillen. Und Trump wird den Druck erhöhen, dass die Nato-Verbündeten, auch hier Berlin an erster Stelle, ernst machen mit der Erhöhung ihrer Verteidigungsausgaben. „Zeitenwende“ allein als Vokabel reicht ihm nicht. Immerhin hat sich Trump von seinen einstigen Drohungen, die Nato aufzulösen, verabschiedet.
Für die Ukraine wird es gefährlich: Entgegen seinen vollmundigen Versprechungen wird Trump nicht am ersten Tag im Amt mit zwei Anrufen in Moskau und Kiew den Krieg beenden. Aber viel spricht dafür, dass der Putin-Bewunderer die Unterstützung für Selenskyj massiv reduzieren wird. Und die Europäer werden mutmaßlich nicht willens sein, die entstehende Lücke an Waffen, Munition und Finanzmitteln zu stopfen. Sollte die Ukraine deshalb schmerzliche Zugeständnisse machen müssen, würde sich die Sicherheitslage in Europa perspektivisch weiter verschlechtern, weil Putin jeden Territorialgewinn als Ermunterung begreifen wird, auf zusätzliche Möglichkeiten zur Wiederherstellung des russischen Imperiums zu lauern.