Barrierefreiheit im Netz: Testbericht zeigt enormen Nachholbedarf auf deutschen Websites
Ein kürzlich vorgestellter Testbericht von Aktion Mensch und Google zeigt alarmierende Ergebnisse: Nur ein Fünftel der meistbesuchten deutschen Webshops ist in Teilen barrierefrei.
In einer wegweisenden Kooperation setzen sich Aktion Mensch und Google gemeinsam mit der Stiftung Pfennigparade für mehr digitale Barrierefreiheit ein. Das Projekt zielt darauf ab, Hindernisse im Internet für Menschen mit Behinderungen zu identifizieren und abzubauen. Ein Jahr nach dem ersten Testbericht wird nun klar: Es wird noch immer zu wenig getan.
Die Ergebnisse des Testberichts: Ein ernüchternder Status Quo
„Voraussetzung für Inklusion ist Barrierefreiheit“, betont Jürgen Dusel, der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen. Das ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch der Demokratie. Digitale Barrierefreiheit ermöglicht Menschen mit Behinderungen den uneingeschränkten Zugang zu Informationen und Dienstleistungen im Internet.
Doch genau dem kommen viele Websites nicht nach. Vier von fünf der meistbesuchten Webshops in Deutschland scheitern an grundlegenden Anforderungen wie der Tastaturbedienbarkeit, was für Menschen mit Behinderungen eine essentielle Nutzungsvoraussetzung darstellt. Seit dem ersten Testbericht vor einem Jahr hat sich kaum etwas verbessert. Fehlende Kontraste, unlogische Seitenaufbauten und störende Banner sind häufige Hürden, die den Zugang erschweren.