Leadership & Karriere Habibi: “Wir wollen die arabische Schrift von ihren Vorurteilen befreien“

Habibi: “Wir wollen die arabische Schrift von ihren Vorurteilen befreien“

Wo produziert ihr denn eure Shirts und Sweater? Und wie kommt der Habibi-Schriftzug drauf?

Imad: Wir bekommen die Rohlinge von unserem Lieferanten, mit dem meine Familienagentur auch schon jahrelang zusammenarbeitet. Bevor wir uns auf ein Produkt eingelassen haben, haben wir natürlich verschiedene Rohlinge ausprobiert, damit wir wirklich eine gute Qualität liefern können.

Sobald wir die dann bei uns in der Firma haben, werden die bestickt. Wir haben zurzeit zwei Stickmaschinen, eine Dritte ist grade auf dem Weg.

Online gibt es die Möglichkeit sein Shirt individuell zu gestalten. Produziert ihr nur auf Bestellung?

Imad: Genau, alle Habibi-Produkte werden individuell angefertigt. Das bedeutet: Wenn du einen Hoodie in blau mit rotem Stick bestellst, bestellen wir das erst bei unserem Lieferanten. Damit sparen wir auch CO2-Emissionen.

Jessy: Was wir in letzter Zeit auch testen, sind Organic-Cotton-Produkte. Das ist aber sehr schwierig. Wir haben gestern wieder drei T-Shirts bekommen und sie in der Agentur angeguckt. Das eine T-Shirt ist beim Besticken sofort gerissen.

Uns ist es auch wichtig, später eine Vorzeige-Kleidungsmarke zu sein. Wir wollen nicht nur digital als Marke gut aufgestellt sein und uns auf die gute Qualität unserer Produkte berufen, sondern zukünftig auch Nachhaltigkeit bieten.

Hattet ihr wegen des arabischen Schriftzugs schon Probleme, eure Produkte auf Instagram zu bewerben?

Jessy: Ja, da hast du einen wunden Punkt getroffen. Imad hatte zum Beispiel damals, als Amerika die Reiseverbote für sieben arabische Länder verhängt hat, eine Maga-Cap in arabischem Schriftzug entworfen.

Das heißt, da stand „Make America great again“ auf Arabisch drauf. Und das konnten wir auf Instagram nicht bewerben. Oftmals werden auch Fotos bei Instagram zensiert, die wir von Fans bekommen.

(Credits: Svenja Trierscheid)

Ihr habt auf eurer Webseite geschrieben, dass die Medien mit dafür verantwortlich sind, dass arabische Schriftzüge negativ konnotiert sind. Was sollte sich da eurer Meinung nach ändern?

Jessy: Ich glaube zum einen ist Repräsentation eine Sache, dass nicht nur eine gewisse Kultur in einem Kontext dargestellt wird. Aber schlussendlich liegt die meiste Verantwortung beim Leser.

Weil man von einer Massenmedien-Zeitung, die eben eine gewisse journalistische Berichterstattung nutzt, nicht verlangen kann, den Kontext völlig neu aufzuarbeiten. Ich glaube, der Leser muss einfach aufgeklärt werden, sich richtig informieren und hinterfragen.

Imad: Das ist auch das, wovon wir reden, das ist Weltoffenheit. Deswegen ist der Leser letztendlich auch unsere Zielgruppe. Wir wollen im Grunde den Leser ansprechen, so dass er bei arabischen Schriften nicht immer an etwas Negatives denkt.

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